promise  ● promotion of migrants in science education in Austria

Das Projekt promise hat zum Ziel, junge Menschen mit Migrationshintergrund und aus sozioökonomisch benachteiligten Familien in ihrer naturwissenschaftlichen Bildung und in der Wahl naturwissenschaftlicher Berufe und Studien zu unterstützen und zu fördern. Der naturwissenschaftliche Unterricht in den Projektpartnerländern Deutschland, Österreich, Bosnien-Herzegowina und Türkei soll dahingehend weiter entwickelt werden, dass er bestmöglich die Chancengleichheit in der Bildung für alle Schülerinnen und Schüler gewährleistet.

Dieses Ziel wird verfolgt durch …

Förderung von begabten jungen Migrantinnen der Oberstufe durch den Club Lise - einem an der Universität angesiedelten Förderprogramm speziell für naturwissenschaftlich interessierte Schülerinnen – als sofort wirksame Maßnahme zur Unterstützung der jungen Frauen bei Studienwahl und Studienbeginn.

Sensibilisierung der Lehrerinnen und Lehrer sowie der Schulbehörden für die spezifischen Probleme, welche in multikulturell/ multilingualen Klassen auftreten.

Entwicklung neuer Unterrichtskonzepte in promise-Teams bestehend aus Lehrer/inne/n, die in multilingualen Klassen unterrichten, sowie aus Fachleuten der Naturwissenschaftsdidaktik, Sprachdidaktik und interkultureller Bildung.

Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern für naturwissenschaftlichen Unterricht in multikulturellen/multilingualen Klassen

Zusammenarbeit zwischen Lehrerinnen und Lehrern sowie Fachleuten aus Pädagogik und Fachdidaktik der Migrationsherkunfts- und Migrationszielländer als Beitrag zur internationalen Harmonisierung des naturwissenschaftlichen Unterrichts.

An jeder der vier Partneruniversitäten wurden promise-Teams und Clubs Lise gegründet. Einmal im Jahr finden internationale Treffen aller Teams statt.

 

Das ETC Graz hat zusammen mit der Didaktik der Physik an der Humbolduniversität zu Berlin das Projekt promise entwickelt und im 6. Rahmenprogramm zur Forschungsförderung der EU eingereicht und für den Zeitraum von 1.10.2005 bis 30.9.2007 zur Umsetzung bewilligt bekommen.

promise ist eine umfassende Förderung von natürwissenschaftlichen Karrieren von Migrantinnen mittels direkter Förderung von Mädchen und mittelbarer Förderung durch LehrerInnenausbildung, Unterrichtsentwicklung und Zusammenarbeit mit Bildungsbehörden. Ein wesentliches Element ist dabei die Zusammenarbeit von Universitäten als Ausbildungsinstitutionen für Wissenschafterinnen und LehrerInnen zugleich mit Arbeitgebervereinigungen und dem ETC als Menschenrechtsinstitut. promise ist somit Ausbildungs-Phasen-übergreifend als auch Disziplinen-übergreifend angelegt. Dem sozialwissenschaftlichen und dem Gender-Aspekt der Karrierenförderung gilt besonderes Augenmerk.

Daraus ergibt sich für das ETC neben der Projektkoordination und der Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission die inhaltliche Aufgabe in der Zusammenarbeit: Chancengleichheit, Soziale Diversität, Migration, gesellschaftliche Integration sind die Themen, die das ETC in promise einbringt und in Hinblick auf die Förderung von Migrantinnen in der Naturwissenschaft untersucht. Darüber hinaus ist das ETC für die Veröffentlichung und Verbreitung von Projektinformationen und die Internetseite, sowie für den Kontakt mit Behörden, Politik und Medien zuständig.

Die Universität Wien leitet ein promise LehrerInnenteam und einen Club Lise (siehe auch: University of Vienna).

Die Aktivitäten des promise Teams in Wien dienen einerseits dazu, Good Practice zu identifizieren und Erfahrungen zu vernetzen, andererseits subjektive Erfahrungen der Lehrkräfte durch wissenschaftliche Perspektiven, aber auch durch Perspektiven der Schülerinnen und Schüler zu erweitern. Die erste Projektphase galt dem Austausch und der Diskussion mit ExpertInnen. Parallel dazu werden von den Lehrkräften mittels eines Fragebogens die Erfahrungen der SchülerInnen zum Thema naturwissenschaftlicher Unterricht und Migration erhoben. Im weiteren Projektverlauf werden Unterrichtsbeobachtungen durchgeführt und einzelne Stunden videografiert. In einem nächsten Schritt überprüfen die Lehrkräfte auf Grund der gewonnen Erkenntnisse ihre bisherige Unterrichtspraxis und entwickeln Good Practice Beispiele.